Auf den Hügeln des Keupersandes:

Das Dorf Göggelsbuch

 

Patron ist der heilige Georg

Auf einer Hügelwelle des Keupersandes zwischen Hilpoltstein und Allersberg liegt das Dorf Göggelsbuch. Es ist nicht mehr der reine Keupersand dort oben, so wie etwa zwischen Hilpoltstein und Eckersmühlen, sondern auf der Höhe von Göggelsbuch finden sich verschiedene Ab- und Einlagerungen der obersten Schichten des Keupers: allerlei Sande, Tone, Letten und Geröll.

Dieses Dorf ist von Hilpoltstein fünf und von Allersberg vier Kilometer entfernt. Der Name Göggelsbuch setzt sich zusammen aus dem Namen des Kirchenheiligen Georg und aus „buch“ – Wald. Die Siedlung ist in der Zeit vom 9. bis 12. Jahrhundert, also in der dritten germanischen Siedlungsperiode entstanden.

Im Rahmen der Gebietsreform wurde die Gemeinde im Jahre 1971 zusammen mit der Einöde Grashof zum Markt Allersberg eingemeindet. Bis zum Tod des letzten ortsansässigen Pfarrers Gustav Schreier am 6. Mai 1977 hatte die Gemeinde eine eigene Expositur, die zur Filiale der Pfarrei Hilpoltstein gehörte. Heute erfolgt auch hier die Betreuung durch die Pfarrei Allersberg.

Im Mittelalter hatte das Spital St. Elisabatz zu Nürnberg, das des deutschen Ordens Besitztum war, unter anderem auch einen Hof zu Göggelsbuch. Dieser wurde der „Steinhof“ genannt. Ihn kauften 1482 die Eheleute Hutzelmaier von Hilpoltsten. Mit Urkunde vom Freitag vor Phillipi und Jakobi machten sie mit diesem Hofe eine Stiftung, wonach gegeben werden sollten: „alle Sunntag täglich und ayners jeden Sunntags besunder dreyer armen Menschen, yedem in sunderhaft ain Laib Brotts der vier Pfenig wertt sey und drew Pfund Fleysch oder als vil gellt dafür als wertt ist etc.“

Diese unter Herzog Ludwig dem Reichen von Landshut errichtete Ulrich-Hutelmaiersche Stiftung hieß das „Reichalmosen“. Diese  „Reichalmosenstifftung“ vermehrte noch der Hilpoltstein Chorherr Thomas Reisinger durch Stiftung eines Jahrtages und 2 Almosenschüsseln mittels Grundzinsen von 2__ und 100 Pfennigen, welche auf „ludeigene Grundstücken konstituiert“ wurden.

Kirchlich war Göggelsbuch meist mit Hilpolstein verbunden, es gehörte auch stets zum Landdekanat Stein. Eingepfarrt war Göggelsbuch um die Mitte des 16. Jahrhunderts teils nach Ebenried, teils nach Allersberg. Zum Gotteshaus in Göggelsbuch zinste unter anderem auch ein Gütlein in Lampersdorf. – „Göckelsbuch“ selbst ist im Salbuch von 1544 beschrieben wie folgt: „34 Mannschaften, Höf und Güter, worunter 7 öd oder ungezimmert; davon 4 der Herschafft Stein, 2 dem Gotteshaus, 1 dem Almosen zu Stein, 17 der Herschafft Allersberg, 1 dem Spital Allersberg, 2 dem Tetzel in Nürnberg, 1 dem Almosen, 2 den Deutschherren in Nürnberg“.

Die hohe fraisige Obrigkeit hatte Stein, die Frevel jeder Eigenherr, ausgenommen die deutschherrlichen Güter, über die Stein die Niedergerichtsbarkeit hatte. Gemeinschaft war Allersberg, das den Kirchweihschutz übte. Die Kirche St. Georg gehörte zur Unterpfarrei St. Nikolaus in Ebenried, dazu die Untertanen mit Ausnahme von 8 Häusern, die nach Allersberg in die Pfarrei gehörten. Gegen 1460 war die Frühmeßstiftung entstanden. Von 1542 bis 1627 war Göggelsbuch mit den anderen Hilpoltsteiner Gemeinden protestantisch geworden, von 1627 bis 1665 versahen Jesuiten von Hilpoltstein aus Göggelsbuch auf seelsorgerlichem Gebiet. Im Jahr1699 kam Göggelsbuch von der Pfarrei Ebenried  zur Stadtpfarrei Hilpoltstein.

Nach den Wirren des Dreißigjährigen Krieges scheint die Filialkirche zu Göggelsbuch ganz neu aufgebaut worden zu sein, denn das Altarbild mit dem Heiligen Georg trägt das Wappen und das Namenszeichen des Stadtpfarrers Dr. Jakob Mechtl, der Apostolischer Protonotar war und von 1683 bis 1690 die Stadtparrei Hilpolststein inne hatte. Am 16. September 1761 ist das Gotteshaus zu Göggelsbuch durch den Eichstätter Weihbischof Adam Nieberlein feierlich eingeweiht worden. Am Sonntag nach Maria Geburt beging man bis 1868 alljährlich das Gedächtnis der Kirchweihe. Im Jahre 1831 wurden unter kräftiger Mithilfe des damaligen kunstfertigen Schullehrers Bittner die Seitenaläre neu gesetzt und die Innwände getüncht.

Die Untergeschosse des Turmes gehören der Gotik an. Im Jahre 1700 wurde der Turm als sehr baufällig bezeichnet. Chor und Langhaus sind wahrscheinlich vor 1684 neu erbaut worden. Das Deckengemälde im Chor stellt die Hl. Dreifaltigkeit dar, das Hauptbild im Langhaus den hl. Georg im Kampf mit dem Drachen. Im Turm ist die Sakristei mit einem Tonnegewölbe versehen, das Langhaus ist flachgedeckt. Die Fenster sind lang und rundbogig. Der Turm hat einen spitzen Ziegelhelm, die Kirche ist mit Deckengewölben und Stukkaturen geschmückt. Im Jahre 1692 wurde der Hochaltar durch den Neumarkter Maler Balthasar Beckh gefasst. Um 1730 wurden Änderungen vorgenommen und um 1790 wurde der Tabernakel umgestaltet.

Der Altar besitzt Säulen und Pflaster. Es sind geschnitzte Engel, anderes Schnitzwerk und die heiligen Willibald und Walburga als Seitenfiguren darauf zu sehen. Das Altarbild stellt wiederum den Ritter St. Georg im Kampf mit den Drachen dar. Die Seitenaltäre, vom Jahre 1700 stammend, sind in Barock ausgeführt. Statt eines Bildes ziert einen davon eine Marienfigur von 1700, den anderen eine Stefansfigur vom Jahre 1500. Die Kanzlei ist „klassizistisch“ mit viel Schnitzwerk in schönen, vornehmen Formen ausgeführt. Weitere Holzschnitzwerke sind ein hl. Johannis und ein Bischof, beide von 1490, eine Erlösfigur vom Jahre 1730, ein St. Georg zu Pferd, eine Herz-Jesu-Büste und ein Prozessionsstange. Die eine Glocke ist aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und hat die Umschrift: „Zu Gottes Lob und Dienst gehör ich, Christoph Glockengießer in Nürnberg goß mich!“